Asien: Werftenkrise durch niedrige Ölpreise verschärft

Von Eckart Gienke, dpa Den deutschen Werften geht es gut. Sie operieren in Nischenmärkten. Doch die Zulieferindustrie muss sich sorgen. Sie ist auf den Weltmarkt ausgerichtet - und der steckt in einer schweren Krise. Hamburg (dpa) - Der deutsche Schiffbau ist weltweit gesehen eigentlich ein Zwerg. Üblicherweise liefern die deutschen Werften pro Jahr um die 20 Schiffe aus. Weltweit gebaut werden mehr als 2000 Schiffe, bis zum Jahr 2013 waren es sogar mehr als 3000. Doch dieser Zwerg hat Muskeln. Im vergangenen Jahr haben die deutschen Werften 18 Prozent der weltweiten Aufträge erhalten - gemessen am Wert. Sie bauen Kreuzfahrtschiffe, Luxusjachten und gefragte Spezialprodukte und können sich über fehlende Aufträge nicht beklagen. Die hiesigen Zulieferer hängen hingegen am schwachen Weltmarkt. Wie es ihnen und den Schiffbauern geht, berichtet die Branche am Dienstag (23.5.). Im globalen Vergleich steuert der Schiffbau indes durch eine tiefe Krise. Unter Druck stehen gerade Werften in China, Korea und Japan, die den weltweiten Schiffbau dominieren. Sie arbeiten noch alte Aufträge ab, danach droht ein tiefes Loch. Die Nachfrage nach neuen Schiffen ist trotz stark gefallener Neubaupreise nahe null. Nur die eigenen Reedereien in den asiatischen Ländern platzieren noch Order. Rund 560 Werften haben seit 2008 den Betrieb eingestellt, nur ein Drittel der aktiven Werften hat 2016 überhaupt Aufträge bekommen. Keine Entlastung kommt von der Öl- und Gasindustrie, die gegenwärtig weder Tanker noch neue Bohrinseln und Offshore-Strukturen braucht. Das hängt mit den relativ niedrigen Ölpreisen zusammen, die Investitionen in die Offshore-Förderung bremsen. Gleichzeitig dämpfen die niedrigen Ölpreise den Anreiz, die Schiffe der bestehenden Handelsflotte durch effizientere zu ersetzen. Angesichts der hohen Überkapazitäten in der Branche werden bereits relativ junge Schiffe verschrottet und es sind immer noch zu viele, zumal auf asiatischen Werften noch Dutzende von riesigen Containerschiffen in Bau sind. «Die größte Sorge bereitet jedoch der schwache Welthandel», heißt es beim Schiffbauverband VSM. Denn es wandert kaum noch Industrieproduktion aus entwickelten Ländern in Niedriglohnländer ab. Durch neue Fertigungsverfahren kommt es gar zu Rückverlagerungen. Effizientere Logistik sorgt für kürzere Transportwege und damit weniger für Nachfrage nach Schiffsraum. Der globale Containerverkehr wird in den nächsten Jahren laut Beratern der maritimen Wirtschaft allenfalls um zwei bis vier Prozent wachsen. Während sich die deutschen Werften in ihren Nischen behaupten, gerät die wesentlich größere Zulieferindustrie in Bedrängnis. Der maritime Maschinen- und Anlagenbau exportiert rund drei Viertel der Produktion. Von der schwachen Auftragslage sind die Unternehmen unterschiedlich betroffen. Einige sind nur auf Schiffe ausgerichtet wie Hersteller von Schiffspropellern. Andere haben mehrere Geschäftsfelder, etwa Anbieter von Steuerungs- und Regelelektronik oder Klimatechnik. Die Zulieferer versuchen daher, mit neuen Entwicklungen Effizienz, Sicherheit und Umweltweltverträglichkeit der Schifffahrt zu stärken und so am Markt zu bestehen. (Bild: Dieter Schütz/pixelio.de)



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