Bangladesch

Textilherstellerverband will Produktionsbedingungen in Asien prüfen lassen

Mehrere deutsche Textilhersteller lassen ihre Produzenten in Asien überprüfen - nach eigenen Angaben proaktiv, da sie nicht im Billigsektor fertigen lassen. Ein falscher Ansatz, meinen Kritiker.

Düsseldorf (dpa) - Nach der zunehmenden Kritik an den verheerenden Arbeitsbedingungen in asiatischen Textilfabriken lassen mehrere deutsche Hersteller die Produktionsbedingungen ihrer Zulieferer prüfen. Etwa ein Drittel der 360 deutschen Bekleidungshersteller habe die Überprüfung durch unabhängige Organisationen veranlasst, berichtete der Industrieverband German Fashion am Montag in Düsseldorf. Auch eigenes Engagement in den asiatischen Produktionsbetrieben sei sehr verbreitet, sagte Geschäftsführer Thomas Rasch.

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Bangladesch: Wie Frauen um ihr Recht kämpfen, eine Lok zu steuern

Dhaka (dpa/BA) – Salma Khatun bricht in Tränen aus, als sie von den Demütigungen erzählt, die sie jeden Tag über sich ergehen lassen muss. Sie ist Lokführerin in Bangladesch, einem Land, in dem patriarchalische Strukturen Frauen von solchen Berufen ausschließen wollen. Jedes Mal, wenn die 30-Jährige einen Zug lenkt, wird sie beschimpft. Und das ist noch das Harmloseste. Menschen werfen Steine auf die kleingewachsene Frau oder bespucken sie.

„Ich habe all diese Schmähungen ausgehalten. Ich wollte eine Vorreiterin sein, damit eine Frau genau wie ein Mann die Züge lenken kann, wenn sie das möchte“, sagt sie der Nachrichtenagentur dpa. Im verarmten Bangladesch, wo schon zahlreiche Männer kaum wissen, wie sie sich finanziell über Wasser halten, war es Frauen lange Zeit verboten, überhaupt bei der Bahn zu arbeiten. Eine Lokführerin war völlig undenkbar. Erst 1995 wurde das Verbot aufgehoben.

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Bangladesch: Unternehmensgründung wird teurer

Dhaka (bdnews24) - Wie das Nachrichtenportal bdnews24.com berichtet, hat das Parlament von Bangladesch zwei Gesetze auf den Weg gebracht, mittels derer die Eintragungsgebühren für Unternehmenspartnerschaften und Gesellschaften angehoben werden.

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„Bangladesh Memorandum“ für bessere Arbeitsbedingungen

Die katastrophalen Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie von Bangladesch haben internationale Investoren auf den Plan gerufen. Am 24. April war in der Nähe der Hauptstadt Dhaka ein Fabrikdach eingestürzt. Mehr als 1100 Menschen starben. Diesem Unglück folgte ein weltweiter Aufschrei der Empörung. Bangladesch steht stellvertretend für viele Länder der Dritten Welt, die „billige“ menschliche Arbeitskraft beanspruchen, nicht jedoch für humane und menschenrechtskonforme Arbeitsbedingungen gerade stehen. Jetzt sind Investoren nicht mehr gewillt hier tatenlos zuzusehen und beginnen, Druck auf Unternehmen wie H&M, C&A, Aldi, Lidl, Kik, Otto, Inditex oder Esprit auszuüben.

Als eine der ersten Gesellschaften hat die Erste Asset Management das „Bangladesh Memorandum“ des Interfaith Center on Corporate Responsibility (frei übersetzt „Interkonfessionelles Zentrum für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln“) unterzeichnet. Die in den USA beheimatete, von knapp 300 religiösen oder religionsnahen Investoren getragene Institution kritisiert scharf die Zustände in der Textilindustrie Bangladeschs, aber auch deren prominente Kunden aus den Industrienationen.

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