Kambodscha

Bangladesch: Zustände in Textilfabriken immer noch unzureichend

Berlin (dpa) - Zwei Jahre nach dem Einsturz der Rana-Plaza-Fabriken in Bangladesch sieht der Modekonzern Primark Fortschritte, aber teils auch schockierende Zustände in anderen Produktionsstätten im Land. „Es wäre das Beste, wenn man die unsicheren Fabriken schließen würde“, sagte Paul Lister, Primark-Ethikbeauftragter und Mitglied der Geschäftsführung am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Von rund 4500 Textilfabriken in Bangladesch seien 1500 in einem „akzeptablen Zustand“.

In einem Teil der anderen Fabriken seien die Arbeitsbedingungen weiter schlimm. Bei der Auswahl der eigenen Fabriken lege Primark großen Wert auf die Kontrolle der Zustände, betonte das Unternehmen.

Bei dem Unglück am 24. April 2013 kamen mehr als 1100 Menschen ums Leben. Etwa 2500 Menschen wurden verletzt. Mitarbeiter eines Zulieferers von Primark hatten in dem Gebäude gearbeitet, als die Fabrik in sich zusammenstürzte.

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Kampagne für Fairness in Textilindustrie kommt schleppend voran

Wer morgens in sein Sakko schlüpft, weiß in der Regel nicht, unter welchen Bedingungen es in armen Ländern produziert wurde. Das will Entwicklungsminister Müller ändern. Doch viele deutsche Modefirmen ziehen nicht mit.

Berlin (dpa) - Trotz schwacher Resonanz aus der Industrie hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sein schon vor Monaten angekündigtes Bündnis gegen die Ausbeutung von Textilarbeitern im Ausland gegründet. Ziel der Initiative, der sich bisher 29 Firmen und Verbände angeschlossen haben, ist es, soziale und ökologische Mindeststandards in der Lieferkette durchzusetzen - vom Baumwollfeld bis zum fertigen Kleidungsstück.

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Kambodscha: Adidas gehört mittlerweile zu Vorreitern humaner Arbeitsbedingungen

Horrorberichte haben das Los von Textilarbeiterinnen in armen Ländern in die Schlagzeilen gebracht. In vielen Ländern tut sich etwas, aber nicht genug. Eine Arbeiterin im Kambodscha sieht sich als Sklavin.

Phnom Penh (dpa) - Menschenrechtler prangern in Kambodschas Textilindustrie weiterhin große Missstände an. Die Organisation Human Rights Watch fand in elf von 73 untersuchten Fabriken in dem armen südostasiatischen Land Kinder bei der Arbeit, wie sie am Donnerstag in der Hauptstadt Phnom Penh berichtete. Fabrikbesitzer zwängen Arbeiterinnen zu Überstunden, kümmerten sich nicht angemessen um Schwangere und schüchterten Gewerkschaftsvertreter ein, kritisierte sie weiter. Manche Fabriken seien schlecht gelüftet und manche Vorarbeiter erlaubten keine Toilettenpausen.

Fabriken mit Exportlizenzen würden zwar inspiziert, aber viele hätten kleinere Zulieferer, die nicht überwacht würden. „In diesen kleineren Fabriken herrschen die schlimmsten Bedingungen“, so Human Rights Watch. In vielen Fabriken würden Arbeiterinnen seit der Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns - auf 128 US-Dollar (120 Euro) - zu mehr Akkordarbeit gezwungen.

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Burma: Regime will Vorzeigehafen in Dawei errichten

Von Cod Satrusayang und Christiane Oelrich, dpa

Von der Militärdiktatur zum Business-Zentrum: Myanmar will mit einem gigantischen Hafenprojekt die Handelsströme in Asien aufmischen. Das bitterarme Volk wird vertrieben und protestiert.

Rangun (dpa) - Noch dümpeln zerbeulte Fischerboote vor der Küste von Dawei in Myanmar, im Hinterland bestellen Bauern mit Büffeln ihre Felder. Sie sollen aber vertrieben werden, denn es soll eine gigantische Industriezone mit Tiefseehafen entstehen. Der Staat in Südostasien, dessen Militärjunta das Volk bis 2011 jahrzehntelang knüppelte, will damit in die Weltliga der Hafenbetreiber. Dawei würde mit seiner Kapazität heute zu den zehn größten Häfen der Welt gehören. Die Verträge für die erste Bauphase sollen bis Ende April unterzeichnet werden, sagt Thailands größte Baufirma Italian-Thai.

Dawei vermarktet sich als „neues Tor nach Indochina“, die Germany Trade and Invest Gesellschaft für Außenwirtschaft nennt es das vermeintlich ehrgeizigste Industriezonenprojekt Südostasiens. „Dawei wird der größte Logistik-Hub dieser Art in der Region“, sagt der Marketing-Manager von Italian-Thai, Pravee Kamolkanchana. „Es ist das größte Projekt in der Firmengeschichte.“

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Asiatische Investmentbank steht auch nichtasiatischen Ländern offen

Peking (dpa) - An der geplanten neuen Asiatischen Investmentbank für Infrastruktur (AIIB) können sich nach chinesischen Angaben interessierte Länder auch von außerhalb Asiens beteiligen. Bis Ende März werde China, unter dessen Führung das Finanzinstitut aufgebaut wird, die Gründungsmitglieder verkünden, berichtete Finanzminister Lou Jiwei am Freitag auf einer Pressekonferenz anlässlich der laufenden Jahrestagung des Volkskongresses in Peking.

Auch größere Länder aus Europa hätten Interesse bekundet, sagte Lou Jiwei. 27 Länder wollten bislang Gründungsmitglied werden. Wie viele am Ende dabei seien, habe China noch nicht endgültig entschieden. Einige Länder wollten Privilegien, was die Arbeit der Bank aber sehr erschweren würde, sagte der Finanzminister. Die Bank sei offen für Japan und Mitglieder „aus anderen Regionen“.

Die in Peking ansässige Bank soll ein Gründungskapital von rund 100 Milliarden US-Dollar haben, von denen allein China schon 50 Milliarden in Aussicht gestellt hat. Mit dem chinesisch initiierten Finanzorgan sollen Kredite für Infrastrukturvorhaben wie etwa den Bau von Eisenbahnen, Straßen oder Energieprojekte vergeben werden.

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