Asean will bis 2015 gemeinsamen Binnenmarkt schaffen

Von Christiane Oelrich, dpa

In Südostasien entsteht ein Wirtschaftsstandort mit Riesenpotenzial: Zehn Länder wollen dort einen gemeinsamen Markt bilden. Zusammen haben sie mehr Einwohner als die EU.

Bangkok (dpa) - Im Schatten von China wächst schon länger eine weitere asiatische Wirtschaftsmacht heran - und jetzt steht sie vor einem entscheidenden Schritt: Die Südostasiatische Staatengemeinschaft (Asean) schafft bis Ende 2015 einen gemeinsamen Markt. Die zehn Länder streben eine Wirtschaftszone praktisch ohne Zölle, mit freier Bahn für Waren, Dienstleistungen, Investitionen, Fachkräfte und Kapital an. Zusammen haben die Staaten rund 600 Millionen überwiegend junge Einwohner, mehr als die EU. Der gemeinsame Markt ermöglicht in ein paar Jahren zusätzliche Geschäfte im dreistelligen Milliardenbereich, meinen die Unternehmensberater von McKinsey.

Die sechs Tiger auf dem Sprung:

INDONESIEN: McKinsey glaubt, das Land überhole Deutschland in der Wirtschaftsleistung bis 2030. 250 Millionen Einwohner, Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung im Jahr: 9599 Dollar. Viele Rohstoffe, von Ölreserven bis Bauxit und Kupfer, von Holz bis Palmöl. Seit Oktober regiert ein Präsident mit Reformer-Ruf: Joko Widodo. „Indonesien hat noch einen langen Weg, um sein Riesenpotenzial zu verwirklichen, aber die ersten Anzeichen zeigen: Widodo kann es schaffen“, sagt Stephen Groff, Vizepräsident der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB).

THAILAND: Weltweit schon der neuntgrößte Automobilproduzent. 68 Millionen Einwohner, Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung im Jahr: 15 519 Dollar. Seit einem Putsch im Mai 2014 allerdings unter Militärherrschaft. „Thailand ist das Tor zum Wirtschaftsraum Südostasien“, stellt der deutsche Verband der Werkzeugmaschinenhersteller (VDW) fest - trotz des Putsches. Der Verband zählt auf: „Kostengünstiger Produktionsstandort, gut funktionierende Infrastruktur, ein ausgedehntes Zuliefernetzwerk, liberales Wirtschaftssystem.“

PHILIPPINEN: Der neue Darling der Investoren mit dem höchsten Wachstum in Asien nach China. Wachstumsprognose der Asiatischen Entwicklungsbank für 2015: 6,4 Prozent. 97 Millionen Einwohner, Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung im Jahr: 6600 Dollar. Unter Präsident Benigno Aquino ist das Land beim Korruptionsindex seit 2010 von Platz 134 auf Platz 85 geklettert. „Die Reformen in den Bereichen Struktur, Verwaltung, Behörden und Regierungsführung werden über diese Regierung hinaus anhalten“, lobte die Ratingagentur S&P.

MALAYSIA: 29,5 Millionen Einwohner, Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung im Jahr: 23 118 Dollar. Englisch ist Verkehrssprache. Im US-Index über Wirtschaftsfreiheit, der Korruption, Regulierung und Handelsschranken berücksichtigt, die zweitbeste Bewertung in Südostasien, hinter Singapur. Bereits drittgrößter Hersteller von Solaranlagen weltweit, nach China und der EU. „Malaysia ist auf gutem Weg, eine Supermacht innerhalb der Asean-Region zu werden“, meint Nafis Alam vom Ableger der Nottingham-Universität in Kuala Lumpur.

VIETNAM: Kommunistisches Regime mit kapitalistischen Ambitionen. 90 Millionen Einwohner, Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung im Jahr: 5293 Dollar. Soll nach Singapur und Malaysia 2015 der dritte EU-Partner für ein Freihandelsabkommen werden. Vietnam hat vom Lohnwachstum in China als Fabrikstandort profitiert. Samsung baut seine Produktion gerade für eine halbe Milliarde Dollar aus. „Großes Angebot an Arbeitskräften zu niedrigem Lohn und Gehaltskosten“, lobt die deutsche Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing GTAI.

MYANMAR: Nach Jahrzehnten als Militärdiktatur seit 2011 auf Reformkurs, aber noch bitterarm. Infrastruktur, Banken, Regulierung - alles ist noch weit zurück. Die US-Handelskammer zählt Myanmar mit seinen 51 Millionen Einwohnern aber zu den vier attraktivsten Ländern in Südostasien für neue Geschäfte, hinter Indonesien, Thailand und Vietnam. „Myanmars verspricht, mit seinen Stärken - der strategischen Lage (zwischen China und Indien), der jungen Bevölkerung, den Bodenschätzen, dem Tourismus-Potenzial - eine Erfolgsgeschichte in der Region zu werden“, meint die Asiatische Entwicklungsbank (ADB).

Die übrigen Asean-Länder sind: das hoch entwickelte Singapur, der ölreiche Mini-Staat Brunei, und die armen Länder Kambodscha und Laos.

(Bild: tokamuwi/pixelio.de)

 



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